Steigende Anforderungen an ERP-Systeme

In diesem Gastartikel schreibt Sascha Hochweber über die neue Trends bei ERP-Systemen und gestiegene Anforderungen, die heute an ERP-Systeme gestellt werden.

Ein modernes ERP-System soll ein Unternehmen bei der Umsetzung von wichtigen Kernprozessen zum reibungslosen Betriebsablauf unterstützen. Darunter fallen Kernelemente wie zum Beispiel die Senkung der laufenden Betriebskosten, sowie die Bereitstellung und Implementierung von neuen Services und hinzugewonnenen Ressourcen. Was bisher die ERP Systeme der neuesten Generation in Anlehnung an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens problemlos bewerkstelligen konnten, muss nicht grundlegend, aber umfangreich an neue Gegebenheiten angepasst werden.

Angesichts der erst kürzlich überwundenen Wirtschaftskrise und neuen Herausforderungen auf den Märkten durch politische Entscheidung und wirtschaftliche Verlagerungen, sollen neue IT-Lösungen aus dem ERP-Umfeld die Optimierung von bestehenden und neuen Geschäftsprozessen ermöglichen. Insbesondere mittelständische Unternehmen setzen bei einem ERP System auf ein ausgereiftes und angepasstes Liquiditätsmanagement. Doch das Liquiditätsmanagement ist lediglich ein Aspekt bei einem ERP System, welches künftig noch stärker in den Mittelpunkt als Herzstück eines jeden Unternehmens rückt.

Der immer größer werdende Kostendruck bei Unternehmen jeder Größenordnung wächst, sodass das vorhandene ERP-System seitens der IT zunehmend schneller angepasst werden muss. Hierbei spielen Kriterien wie etwa die schnelle Anpassung der Preise an die aktuellen Gegebenheiten des Marktes, sowie eine sich stetig wandelnde strategische Ausrichtung des Unternehmens eine wichtige Rolle.

Ältere ERP-Systeme waren ausschließlich in unterstützender Funktion vorhanden und gaben eine Plattform her, welche die Visualisierung von Geschäftsprozessen zur späteren Entscheidungsfindung ermöglichte. Nach einstimmiger Meinung von Experten müssen die heutigen Systeme in Zukunft von einer eher passiven Haltung in eine aktive Rolle schlüpfen und bei Entscheidungen beratend unterstützen. Dieser Umstand stellt an moderne ERP-Systeme in Sachen individueller Konfigurationsmöglichkeiten und der damit einhergehenden Skalierbarkeit eine Fülle neuer Anforderungen dar. Die sich ständig wandelnden Anforderungen an moderne ERP-Systeme werden vor allem eine Belastungsprobe
für die ERP-Architekturen, wie die Computerwoche schreibt.[ad#Google Adsense]

Neue Technologien im ERP-Markt

Für die Entwickler neuer ERP-Systeme bedeutet das, dass Algorithmen und neue Mechanismen im System greifen müssen und zusätzlich an die aktuellen Gegebenheiten schnell anpassbar sind. Somit verlassen sich Entwickler zunehmend auf Technologien von Kooperationspartnern. Der Anbieter Sage verlässt sich beispielsweise auf die NET-Technologie (unter der auch die Programmiersprache C# fällt) von Microsoft. Darüber hinaus wird dem wichtigen Faktor Modularität von Unternehmen mittlerweile wesentlich mehr Bedeutung zugesprochen. Frei nach dem Motto “weniger ist mehr” sollen Teile eines ERP-Systems hinzugefügt oder entfernt werden können. Neben einer besseren Übersicht könnte sich diese Innovation zugunsten optimierter Prozesse und damit kostensenkend auswirken.

Aufgrund neuer Technologien, wie zum Beispiel Cloud Computing wird ein ERP System in Zukunft mit neuen Schnittstellen bestückt sein müssen. Die Erreichbarkeit und die Effizienz des Systems sollen durch den Zugriff von jedem erdenklich gewährleistet werden und für eine dünnere bzw. schnellere IT-Architektur innerhalb eines Unternehmens sorgen. Ein ausgelagertes ERP System würde die Senkung weiterer Betriebskosten sowie die Abgabe von Verantwortlichkeiten bewirken und wichtige Finanzmittel für neue Projekte oder zu vergebende Budgets freisetzen.

Alles in allem werden sich die Anbieter von modernen ERP-Software-Lösungen auf einen echten Gewaltakt vorbereiten, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Es ist kaum zu erwarten, dass sich ein Anbieter allein auf die Neuentwicklung einer fundamental veränderten ERP-Architektur stürzt, da der erforderliche Aufwand in solch kurzer Zeit kein Eintritt in die Gewinnspanne zulassen würde. Vielmehr ist von Kooperationspartnerschaften auszugehen. Besonders kleinere ERP-System-Anbieter haben mit den neuen Anforderungen seitens der Unternehmen eine Bürde auferlegt bekommen, welche für einige nur schwer in dieser kurzen Zeit zu meistern sein wird.

Benjamin Aunkofer ist Wirtschaftsingenieur und -informatiker. Er arbeitet in den interdisziplinären Themengebieten als Dozent an der HTW Berlin und engagiert sich als Unternehmer insbesondere für Big Data und Industrie 4.0.