Real-Layoutplanung

Die Layoutplanung wird mit einem detaillierten Reallayout abgeschlossen, es nimmt eine entscheidende Rolle in der Fabrikplanung ein. Das Reallayout ist ein Werkslayout mit Darstellung der Werkshallen, Räumlichkeiten, Pufferflächen, Transportwegen, Maschinen usw. Die Real-Layoutplanung gliedert sich in drei Bereiche:

  1. Standortplanung
  2. Grobplanung
  3. Detailplanung

Die Grob- und Detailplanung sind das Herzstück der Real-Layoutplanung.

Jedem Reallayout sollte unbedingt im Sinne der vorausschauenden Fabrikplanung ein Ideal-Layout voran gehen, denn nur so können Planungsfehler effektiv reduziert werden. Den Ergebnissen aus der Ideal-Layoutplanung sollte sich in der Realplanung angenähert werden. Jedoch werden technische, wirtschaftliche und nicht zuletzt auch rechtliche Rahmenbedingungen die Realisierung des Ideal-Layouts in der Regel nicht im vollen Umfang ermöglichen. Die Möglichkeiten der Realplanung werden durch Restriktoren begrenzt, welche von Standort zu Standort (Stadt, Land, Union) völlig unterschiedlich sein können. Für eine Fabrik in Guangzhou (China) gelten andere Restriktionen als z. B. in Berlin.

Restriktoren der Realisierung einer Fabrik:

  • Recht: Geltende Gesetze und Verordnungen sowie ferner Satzungen und Verträge begrenzen das Realisierungspotenzial in der Fabrikplanung. Gesetze und Verordnungen wie das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), das Handelsrecht (HGB),  das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG), die Gewerbeordnung (GewO) sowie weitere Rechtsvorschriften aus dem Baurecht, Umweltrecht oder Arbeitsstättenrecht u.a. sind für die Fabrikumsetzung zu berücksichtigen. Dabei müssen innerbetriebliche Organisationen (z. B. Betriebsrat) und Beauftragte sowie außerbetriebliche Organisationen (Berufsgenossenschaft/Unfallversicherung und Aufsichtsämter, wie das Bauamt oder Gewerbeamt) berücksichtigt und zum Teil mit einbezogen werden.
  • Planungsziele:
    Die Planungsziele für Fabriken können sehr unterschiedlich ausgestaltet sein, insbesondere Qualitäts-, Kosten- und Zeitziele stehen seit Jahrhunderten in Konflikt und verlangen nach Kompromissen. Hohe Qualität verlangt gute (und daher meistens langwierige und kostenintensive) Planung. Eine ausreichend lange Planungszeit ist wichtig, um spätere Kosten reduzieren oder ganz vermeiden zu können (Planungsfehler), eine zu lange und intensive Planung bedeutet jedoch wiederum hohe Planungskosten. Erst seit wenigen Jahrzehnten spielen heute hinzukommend noch Umweltziele eine wichtige Rolle. Die richtige Abstimmung in der Fabrikplanung gilt als das “A und O”.
  • Layoutfaktoren:
    Die Resultate aus der Ideal-Layoutplanung gelten als (abstraktes) Idealbild der Fabrik und sind somit den Restriktoren zugehörig, wie Material-, Personal-, Energie- und Informationsflüsse. Hinzu kommen aber auch Umgebungsvariablen, die sich aus dem Standort und den Grundstücken (Bebauung, Bodengrund, Abgrenzungen, Strukturen, Zu- und Abflüsse, Infrastruktur, Energie etc.) sowie aus technischen Gegebenheiten und Angeboten am Markt  (Verfügbarkeit von z. B. Arbeitsmaschinen) ergeben.
  • Wissen und Erfahrung:
    Auch theoretisches Wissen und praktische Erfahrung spiegelt Grenzen in der Fabrikplanung wieder. Dies gilt insbesondere für Wissen über Rechtsvorschriften, Bauwesen, technische und wirtschaftliche Zusammenhänge sowie konkretes Wissen in der Produktionsplanung und -steuerung sowie über Planungsregeln der Fabrikplanung.
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