Integration der deutschen und angelsächsischen Kostenmanagementsysteme

In Deutschland kennen wir die drei Kostenrechnungssysteme. Kosten werden nach Art und Umfang voneinander in der Kostenartenrechnung differenziert. Direkt auf ein Produkt oder Projekt (Kostenträger) zuordenbare Kosten werden in der Kostenträgerrechnung direkt verarbeitet. Nicht direkt einem Kostenträger zuordenbare Kosten (indirekte Kosten) nehmen den Umweg in die Kostenstellenrechnung. Der Kern des Kostenmanagements ist die Kostenträgerrechnung,  durch welche das Unternehmen erfährt, wie viel ein Produkt/Projekt tatsächlich kostet und über welchen Preis es vertrieben werden muss. Spezielle Kostenreduzierungsansätze wie das Target Costing oder die Wertanalyse setzen bei der Kostenträgerrechnung an und versuchen bis in die Kostenartenrechnung vorzudringen, um Kostenreduzierung zu bewirken.

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Buchempfehlung – Controlling umsetzen für Praktiker

Das Buch Controlling umsetzen: Fallstudien, Lösungen und Basiswissen von den Autoren Péter Horváth, Ronald Gleich und Dietmar Voggenreiter ist ein Buch für operatives und strategisches Controlling für Praktiker.

Wer ist denn beim Controlling nun ein Praktiker? Zugegeben, für Unternehmensberater mit Schwerpunkt auf strategisches Controlling reicht dieses Buch bestenfalls zum Warmwerden, für Angestellte im internen Rechnungswesen eines Mittelständlers oder für Freiberufler sowie den mittelständischen Unternehmern selbst, ist dieses Buch eine wahre Bereicherung und Anregung für die berufliche Praxis. Die Autoren haben ihre Zielgruppe ganz klar auf diesen Personenkreis ausgerichtet und sprechen auch deren “Sprache”. Ein gewisses Grundwissen sollte jedoch vorhanden sein, reine Ingenieure, gänzlich ohne betriebswirtschaftlichen Hintergrund, werden sich auch mit diesem Buch schwer tun.



Das Buch enthält keine akademischen Aufsätze über die Theorie des interenen Rechnungswesens, sondern verständliche Texte, zum guten Verständnis untermauert mit praktischen Fallstudien aus dem betrieblichen Alltag. Jede Fallstudie im ersten Teil des Buches enthält verschiedene Problemstellungen, welche der Leser selbst anpacken kann. Im zweiten Teil werden die Musterlösungen der Autorenschaft vorgetragen und im dritten Teil wird das angewandte Wissen in den Kontext der Theorien des Controllings gebracht und zu Grundwissen verknüpft.

Unter dem Strich also eine volle Empfehlung für dieses Buch, wenn Sie keine Theoretiker im Controlling sind, sondern Controlling-Wissen für Ihren Alltag benötigen.

Unternehmensrating nach Basel II und Basel III

Das Rating von Unternehmen ist ein Gebiet aus der Unternehmensanalyse des betriebswirtschaftlichen Managements mit dem Hintergrund der Sicherstellung einer Fremdfinanzierung.

Basel II ist ein Instrument der Sicherung der nötigen Eigenkapitalausstattung und damit der Vermeidung von wirtschaftsschädigenden Kreditausfällen. Es handelt sich hierbei um die Einschätzung eines Kreditinstitutes darüber, ob ein potenzieller Schuldner den Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur unzureichend (unter Heranziehung von Sicherheiten) nachkommen können wird. Ein ernster Verzug von Zahlungen besteht in diesem Sinne nach Verstreichen einer Frist von 90 Tagen nach Fälligkeit.

Gemäß §18 KWG (Kreditwesengesetz) sind deutsche Kreditinstitute zur Prüfung der Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers verpflichtet, aus welchen Eigenmittel als Sicherheit in nach diesem Gesetz festgelegter Höhe für den Kredit bei dem Kreditinstitut hinterlegt werden müssen.

Basel II fasst Eigenkapitalvorschriften zusammen, die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht beschlossen wurden. Die Regelungen finden gemäß EU-Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG in Deutschland und der gesamten Europäischen Union (EU) Anwendung. Die USA, welche diese Regelungen als Erstidee  vorschlug, hat diese Regelungen bisher nicht übernommen, strebt die Übernahme entsprechender Regeln jedoch langfristig an.

Basel II wird bis 2013 schrittweise durch neue Regelungen nach Basel III teilweise ersetzt oder ergänzt. Basel III nimmt damit auch ganz neue Themenbereiche auf und schlägt, ergänzend zu den bisherigen Regeln nach Basel II, in einer Richtung der Eigenkapital-Bewertung ein.

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Cash Flow und Cash Value Added

In der internen Erfolgsrechnung gibt es zwei bedeutende Kennzahlen: Der Gewinn aus der Gewinn- und Verlustrechnung und der Cash Flow (oder Cashflow).

Cash Flow Kalkulation

Während der Gewinn vor allem für den Fiskus interessant ist, arbeiten Investoren tendenziell eher mit dem Cash Flow. Der Cash Flow ist für Investoren (oder deren externe Analysten) deswegen so beliebt, weil er ein unverfälschtes Bild über die Ertragskraft von einem Unternehmen gibt.

Cash Flow = Tatsächliche Einnahmen – tatsächliche Ausgaben

Der Brutto Cash Flow zeigt die Ertragskraft eines Unternehmens an. Ein Unternehmen könnte auf Grund hoher Investitionen (z. B. in Forschung und Marketing), welche den Gewinn und freie Mittel mindern, angeschlagen sein, dennoch aber auch durchaus ertragskräftig und damit gleichzeitig interessant für Investoren sein.

Beispielrechnung zur Verdeutlichung des Unterschieds des Gewinns und des Cash Flows: (vereinfachte Darstellung)

Umsatzerlöse 500 000€
– Betriebsausgaben 300 000€ (ausgabenwirksam!)

= Cash Flow 200 000€

– Abschreibungen 50 000€
– Rückstellungen 20 000€

= Gewinn 130 000€

Der Cash Flow darf also nicht mit dem Gewinn aus der GuV verwechselt werden, denn dieser berücksichtigt auch alle Aufwendungen und Erträge, welche nicht zahlungswirksam sind. Das sind beispielsweise Abschreibungen (Wertverluste durch Abnutzung und Alter) oder Rückstellungen (beispielsweise für zu erwartende Pensionszahlungen).

Es wird also deutlich, dass der Cash Flow nicht genug über das Überleben des Unternehmens aussagt, denn wenn die Abschreibungen und Rückstellungen sehr hoch sind, ist ein betriebswirtschaftlicher Verlust die Folge. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen können trotz ausgezeichnetem Cash Flow schnell in Schwierigkeiten kommen, wenn neue Investitionen oder beispielsweise auch Steuernachzahlungen fällig werden. 

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Deckungsbeitragsrechnung

Die Deckungsbeitragsrechnung ist eine Kostenbetrachtung aus der Kostenträgerrechnung und basiert auf der Ansicht nach dem Verursacherprinzip.

Der Deckungsbeitrag eines Produkts (Umsatz- und Kostenverursacher) ist die Summe aus den Umsatzerlösen, subtrahiert um die variablen Kosten. Alle Umsätze und Erlöse werden ausschließlich für das selbe, zugewiesene Produkt betrachtet.

Der Deckungsbeitrag ist eine Grundlage für die Preisgestaltung. Der Deckungsbeitrag soll die fixen Kosten decken und eine Gewinnspanne einschließen.

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Beteiligungsfinanzierung

Die Beteiligungsfinanzierung ist ein Unternehmer-Teilhaber-Verhältnis.

Die Beteiligungsfinanzierung gehört zu der Außenfinanzierung, da die finanziellen Mittel von außen dem Unternehmen zufließen, sowie zur Eigenfinanzierung, da das Unternehmen (mehr oder weniger selbstständig) eine Eigenkapitalerhöhung vornimmt.

Die Beteiligungsfinanzierung kann zum teilweisen Verlust der Abhängigkeit und zu einer Änderung der Machtverhältnisse innerhalb des Unternehmens führen.

Die Teilhaberschaft ist gebunden an eine Gewinn-, aber auch einer Verlustbeteiligung.
Teilhaber können auch für die Schulden des Unternehmens haften, falls sie Vollhafter oder persönlich haftender GmbH-Gesellschafter sind. Zumindest besteht für Teilhaber ein Risiko bei Insolvenz des Unternehmens.

Ein großer Vorteil der Beteiligungsfinanzierung aus Unternehmenssicht ist die fehlende oder zumindest kaum standardisierte Absicherungsregelung. Allerdings gibt es i.d.R. Zugangsregelungen (und damit verbundene Prüfungen) zum Kapitalmarkt.

Beteiligungsfinanzierung kann des Weiteren unterschieden werden, in börsliche Beteiligung (mit einer Börse als Vermittler) oder außerbörsliche Beteiligung (z. B. Venture Capital, Leasing, Factoring). Neben den nachfolgend aufgeführten Finanzierungsform mit Beteiligung, gibt es vielerlei (hier nicht vorgestellte) Misch- und Sonderformen der Beteiligungsfinanzierung.

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Investitionsrechnung

Die Investitionsrechnung ist ein Instrument der Entscheidungsphase bei der Investitionsauswahl und eine (rein) wirtschaftliche Bewertung bzw. betrachtet die Investition aus rein finanzieller Sicht.

Wichtig ist hierbei, dass von den Entscheidungsträgern nicht vergessen werden darf, dass es neben der rein wirtschaftlichen Betrachtung auch weitere Sichtweisen und Bewertungskriterien für Investitionsentscheidungen gibt.

Die Investitionsrechnung kennt zwei klassische Verfahrensarten, die statische Investitionsrechnung und die dynamische Investitionsrechnung.

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