Buchempfehlung – BWL & VWL
Grundvoraussetzung für das Absolvieren der Studiengänge zum Wirtschaftsingenieur und Wirtschaftsinformatiker ist ein fundiertes Wissen über die Betriebswirtschaftlehre (BWL) und zumindes ein Grundwissen über die Volkswirtschaftslehre (VWL).
www.der-wirtschaftsingenieur.de möchte jeweils ein Buch über die allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre.
Für weiterführende Kenntnisse und komplexeres Wissen über statistische Methoden in der VWL und BWL kann dieses Buch empfohlen werden:
Magisches Viereck
Das wirtschaftliche Oberziel in der sozialen Marktwirtschaft ist fixiert auf ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene Unterziele definiert, die vier wichtigsten werden gemeinsam oft als “Magisches Viereck” bezeichnet. “Magisch”, weil die Unterziele teilweise gegeneinander konkurrierende Ziele sind.
Unterziele des Magischen Vierecks:
- Preisniveaustabilität:
Die In-/Deflation soll möglichst eingegrenzt werden, so dass nur für die Wirtschaft “gesunde” Preisschwankungen eintreten. Einfluss nehmen, auf die Preisniveaustabilität, kann der Staat durch die eigenen Staatsausgaben, der Fiskalpolitik sowie die Steuerung von Mindestreserven der Banken und Anpassungen des Leitzinses durch die Institution der Zentralbank.
Überwacht wird das Preisniveau z.B. mit dem Warenkorb-Verfahren. - Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum:
Der Markt soll sich möglichst nicht überhitzen, das Wirtschaftswachstum jedoch auch nicht stagnieren oder in die Rezession verfallen.
Bemessen wird das Wirtschaftswachstum vor allem am Bruttoinlandsprodukt. - Hoher Beschäftigungsstand:
Ein hoher Beschäftigungsstand sichert die Wirtschaftskraft, die Finanzierung des Sozial(versicherungs)systems und den sozialen Frieden in der Bevölkerung.
Es gibt verschiedene Kennzahlen (u.a. die Arbeitslosenquote), mit welchen der Beschäftigungstand eingeschätzt werden kann. - Außenwirtschaftliches Gleichgewicht:
Einseitige Abhängigkeiten gegenüber dem Ausland sind zu vermeiden. Der Export soll gefördert werden.
Einer der Indikatoren für die Einschätzung des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts ist die Außenbeitragsquote.
Magisches Sechseck
Oft ist auch vom “Magischen Sechseck” die Rede. Dieses ist das Magische Viereck, erweitert um die folgenden Aspekte:
- Soziale Gerechtigkeit bzw. gerechte Verteilung
- Umweltschutz
Insbesondere diese zwei erweiternde Punkte stehen im Konflikt mit den Unterzielen des Magischen Vierecks.
Volkswirtschaftler stehen dem Magischen Sechseck (und anderen Erweiterungen) oft kritisch gegenüber.
Produktionsfaktoren
Produktionsfaktoren (Produktionsmittel) im Sinne der VWL
- Arbeit (Arbeitskräftepotenzial einer Wirtschaftsgesellschaft, einschließlich der in der Arbeitskraft steckenden Potenziale an Wissen und Fähigkeiten)
- Boden (die für die Produktion verwendete Bodenfläche einschließlich der von der Natur bzw. Umwelt abgegebenen Nutzungen)
- Kapital (umfasst die produzierten Produktionsmittel, Werkzeuge, Maschinen, Gebäude, Anlagen und Infrastruktur in Form von Verkehrs- und Kommunikationswege), ist als Realkapital zu sehen nicht als Geldsumme
Opportunitätskosten
Opportunität = Gelegenheit
Opportunitätskosten sind entgangene Erlöse, die nur dann entstanden wären, wenn vorhandene Gelegenheiten zur Nutzung von Ressourcen wahrgenommen worden wären.
Im Klartext sind es Gewinnverluste, also Gewinne aus nicht durchgeführten Geschäften.
Komparative Kosten
Komperative Kosten sind das Verhältnis der Produktionskosten zweier Güter zueinander. Komperative Kosten sind ein wichtiger Aspekt der Thematik Arbeitsteilung.
Eine Arbeitskraft oder ein Unternehmen (oder gar eine Volkswirtschaft) kann nicht mehrere Güter parallel mit gleicher Qualität und in gleicher Quantität herstellen. Es müssen dabei immer Kompromisse eingegangen werden.
Güter
Nichtfreie Güter sind volkswirtschaftlich gesehen, knappe Waren und Dienstleistungen, die zu einem Preis angeboten werden können.
Substitutive Güter
Substitutive Güter sind gegeneinander austauschbar, denn beide Güter können das selbe Bedürfnis (annähernd) gleichermaßen befriedigen.
Beispiele: Ein TV-Gerät lässt sich durch einen PC mit TV-Hardware ersetzen. Ob die Ersetzung sinnvoll ist, hängt von Präferenzen des Nutzers ab und wirtschaftlichen Faktoren.
Das Verhalten einer Preis-Absatzfunktion ist wie folgt:
Verändert sich der Preis eines substituierbaren Gutes (z.B. steigen), ändert sich die Nachfrage für das andere Gut (z.B. hier: steigen). Steigen also beispielsweise die Preise für TV-Geräte, werden sich mehr Menschen überlegen, einen PC mit entsprechender Hardware zu kaufen.
Komplementäre Güter
Komplementäre Güter sind im Verwendungszweck miteinander verbunden, da sie sich gegenseitig ergänzen. Z.B. ist die Produktion von Motorradhelmen indirekt an die Produktion von Motorrädern gekoppelt. Bricht der Markt für Motorräder zusammen, wird auch die Produzierende Industrie der Motorradhelme Konsequenzen ziehen müssen.
Vollkomener Markt
Der vollkommende Markt ist ein Abstraktionsmodell um die Marktfunktionen an Hand einfacher Beispiele besser verstehen zu können.
Was zeichnen den vollkommenden Markt, wenn es Ihn geben würde, aus?
- Atomistische Martkstruktur
Der vollkommende Markt ist ein Polypol, es gibt keine Marktteilnehmer mit übergeordneter Macht
- Güterhomogenität
Alle Güter stehen in gleicher Qualität und Quantität bereit
- Präferenzenfreiheit
Es gibt keine Bevorzugung durch soziale Bindung oder unterbewussten Bevorzugungen
- Markttranzparenz
Alle Angebote und die gesamte Nachfrage sind sofort ersichtlich, ohne z.B. geografische Benachteiligung
- Mobilität (unbegrenzt)
Entfernungen zu Nachfragern/Anbietern spielen keine Rolle
- Unbegrenzte Teilbarkeit aller Produktionsfaktoren
- Unendliche Reaktionsgeschwindigkeit
Angebots-/Nachfrageänderungen wirken sich sofort aus
- Freiwillige Ausstauschbeziehungen
Keine Produktionseinbrüche z.B. durch Naturkatastrophen
- Konstante und stabile Produktionsverfahren
Der Markt
Als Markt wird das Zusammentreffen von Nachfrage und Angebot nach mindestens einem Gut bezeichnet. Der Markt versucht immer in ein Gleichgewicht zu kommen, dass Nachfrage und Angebot also übereinstimmen.
Verschiedene Märkte sind:
- Gütermärkte (Flohmarkt, Kaufhaus, …) und Immobilienmärkte
- Dienstleistungs- und Arbeitsmärkte
- Wertpapiermärkte (insbesondere der Aktienmarkt)

Soziale Marktwirtschaft
 Die Soziale Marktwirtschaft ist ein Wirtschaftssystem, welches in Deutschland existiert. Das System beruht auf der Basis der freien Marktwirtschaft. Im System der freien Marktwirtschaft sind alle Wirtschaftseinheiten frei, ungebunden (keine sozialen Verpflichtungen), reiner Kapitalismus. Da sozial Benachteiligte in einer absolut freien Marktwirtschaft kaum überlebensfähig sind, gleicht der Staat in das Wirtschaftssystem ein, regelmentiert es oder unterstützt es unter Einbeziehung von sozialen und ökologischen Aspekten.
Verteilungsfunktion:
Da Leistungsfähigere immer mehr verdienen können, als Leistungsunfähigere (z.B. Behinderte, Altersschwache), verteilt der Staat Einkommen um, so dass auch weniger leistungsfähigere Menschen überleben und sich zudem zumindest ein Existenzminimum sichern können.
Zuordnungsfunktion:
- Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für funktionsfähigen Wettbewerb, denn Wettbewerb sorgt für Innovation (besser sein als der Andere) und für konkurrierende Produktpreise
- Öffentliche Güter und Dienstleistungen, denn nicht alle nachgefragten Produkte sind für Unternehmen rentabel auf dem Markt anzubieten oder müssen (aus sozialen Gründen) so niedrig im Preis angeboten werden, dass diese Aufgabe nur der Staat übernehmen kann
- Steuerung des Marktes, denn z.B. Zigaretten stellen eine gesundheitliche Gefahr für die Gesellschaft dar, daher existiert eine Regelmentierung mit zusätzlichen Steuern (hier: Tabaksteuer), andere Produkte sind vorteilhaft für die Gesellschaft und werden subventioniert (z.B. Bildungsangebote)
- Rechtssicherheit, z.B. indem Arbeitgebern aufgezwungen wird, einen schriftlichen Arbeitsvertrag mit dem Arbeitnehmer auszuhandeln
Stabilisierungsfunktion:
Der Geld steuert einer drohenden Überhitzung der Konjunktur oder einer Rezession entgegen, indem er mehr oder weniger in das Wirtschaftssystem investiert oder z.B. die Fiskalpolitik (Steuerpolitik) anpasst