Haftung & Reibung
Beim Kontakt von zwei oder mehreren Objekten mit Belastung, wirkt eine Kraft. Diese Kraft könnte z.B. die Gewichtskraft sein. Eine Normalkraft, die aus der StabilitÀt des anderen Objektes bzw. dem Fundament resultiert, wirkt entgegen.
Trifft die Kraft nicht direkt, sondern in einem Winkel auf die Normalkraft, weichen die Objekte einander aus.
Das skizzierte Beispiel zeigt ein Objekt auf einer schiefen Ebene, es wird durch die Gewichtskraft in Richtung Erdmittelpunkt gezogen, die Normalkraft hÀlt das Objekt jedoch und zwingt es zum Ausweichen. Resultat: Das Objekt rutscht die schiefe Ebene herunter.

Das Objekt rutscht in jedem Fall unter Annahme einer ideal glatten KontaktflÀche.
TatsĂ€chlich gibt es jedoch keine ideal glatte KontaktflĂ€che. Selbst glattpoliertes Metall oder Glas sieht unter einem Mikroskop bei entsprechender VergröĂerung aus wie ein Alpengebirge. Objekte haben ausnahmslos raue OberflĂ€chen.
Die raue OberflĂ€che fĂŒhrt zu einem Haftungs-/Reibungswiderstand, was zu einer gegenĂŒber der Gewichtskraft entgegenwirkenden Reibungs-/Haftwiderstandskraft fĂŒhrt. Ist der Reibungs-/Haftwiderstand groĂ genug, fixiert sie gemeinsam mit der Normalkraft das Objekt. Ist die Haftkraft zu gering, ĂŒberwindet die Gewichtskraft den Reibungswiderstand und es kommt zu einer Bewegung der Körper gegeneinander (das Objekt gleitet die schiefe Ebene herunter). (mehr…)
LagerkrĂ€fte und StabkrĂ€fte – Technische Mechanik
Bei gegebener Statik befindet sich die Konstruktion in Ruhe, d.h. sie bewegt sich nicht, verbiegt bzw. zerbricht nicht.
Die summierten KrĂ€fte jeder Dimension mĂŒssen sich daher gegenseitig aufwiegen, also Null ergeben. Dies soll an Hand eines Beispiels mit Lager- und StabkrĂ€ften verdeutlicht werden.
Gegeben sind zwei StÀbe, welche von zwei Festlagern gehalten werden und einen Punkt bzw. ein Objekt fixieren.

Die StĂ€be sind gleich lang und bilden ein gleichschenkliges Dreieck. Am BerĂŒhrungspunkt C der beiden StĂ€be ist zwischen den StĂ€ben der Winkel 2*α aufgespannt.

Auf die Konstruktion wirkt eine gegebene Kraft F auf den zu fixierenden Punkt ein. Die Kraft wirkt schrĂ€g, in einem Winkel ÎČ zur Spiegelachse des gleichschenkligen Dreiecks. Diese Kraft mĂŒssen die Lager und StĂ€be aufnehmen. In der Konstruktion befinden sich drei Lager. Die beiden Festlager, mit denen die StĂ€be am Fundament befestigt sind sowie die Stabverbindung, welche beide StĂ€be (und möglicherweise ein Objekt) zusammenhĂ€lt.

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Gelenke in der Technischen Mechanik
Gelenke dienen Ă€hnlich wie Lager der Fixierung einer Konstruktion. Ein Gelenk soll jedoch nicht alle inneren KrĂ€fte ĂŒbertragen, sondern einer bestimmten Kraft nachgeben. So kann eine Beweglichkeit in einer Konstruktion bzw. in einem Tragwerk erreicht werden.
Innere KrĂ€fte, die bestimmte Gelenke nicht ĂŒbertragen sollen:
Moment: Momente sind die aus gegenlÀufigen KrÀften mit Hebel resultierende Drehkraft
Querkraft: Die Querkraft wirkt vertikal aus Sicht des Koordinatensystems, daher wird sie auch Vertikalkraft genannt
Normalkraft: Die Normalkraft wirkt senkrecht zur Querkraft, also horizontal.
Ebenes Fachwerk
FĂŒr Konstruktionen, die sehr stabil sein mĂŒssen, werden Fachwerke (oder fachwerkĂ€hnliche Konstruktionen) verwendet. Fachwerke werden z.B. im Hochhaus-, Dach- und BrĂŒckenbau verwendet. Ein Fachwerk ist eine Stabkonstruktion. Die StĂ€be des Fachwerks sollen ausschlieĂlich auf Druck und Zug in Stabrichtung belastet werden und nicht etwa auf Biegung.
Ein beispielhaftes (ebenes) Fachwerk fĂŒr eine BrĂŒcke:
Das Fachwerk besteht aus 15 StÀben. Die FÀcher (ZwischenrÀume) bestehen aus gleichschenkligen Dreiecken.
Typisch fĂŒr eine BrĂŒcke, ist es auf der einen Seite durch ein Festlager, auf der anderen Seite durch ein Loslager fixiert. Das Loslager soll die aus einer temperaturabhĂ€ngigen Ausdehnung resultierende Spannung abbauen.
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Lagerung – Loslager vs Festlager
GrundsÀtzlich soll eine Lagerung eine Konstruktion fixieren. Das typische Lager ist daher das Festlager, welches die Konstruktion in alle Richtungen fixiert.
Da Bauteile sich jedoch ausdehnen oder mechanisch beweglich sein mĂŒssen, sind nicht im jeden Fall Festlager einsetzbar.
Loslager fixieren eine Konstruktion nur (ZweidimensionalitÀt) in einer bzw. (DreidimensionalitÀt) in zwei Richtungen.
Loslager kommen z.B. bei der Lagerung einer Welle zum Einsatz oder im Stahl-BrĂŒckenbau.
Fest- und Loslager ĂŒbertragen keine Momente. Eine momentĂŒbertragende Lagerung ist hingegen die Einspannung.
Ein Lager im Sinne der Technischen Mechanik wird auch als Auflager bezeichnet.
Einspannmoment
Los- und Festlager können zwar KrÀfte im zwei- bzw. dreidimensionalen Raum aufnehmen, tun sich aber mit der Aufnahme von Momenten schwer. So können Bauelemente durch Verdrehung möglicherweise aus der Lagerung gerissen werden.
Ist eine besondere WiderstandsfĂ€higkeit gegenĂŒber Momenten notwendig, kann dieses durch Einspannung erreicht werden. Die Einspannung wird durch tiefe Verankerung ermöglicht. Die Verankerung kann durch feste Verbindung mit dem Fundament (z.B. durch FestschweiĂen oder mehrfache Vernietung), im Idealfall mit tiefer Verwurzelung im Fundament, erreicht werden.
Ein Beispiel in der vereinfachten, weil zweidimensionalen, Darstellung: Ein Stahlbalken ist in einem Betonfundament verankert. Es nimmt KrĂ€fte in horizontaler als auch in vertikaler Richtung auf. ZusĂ€tzlich kann der Balken nicht verdreht werden, da er mit dem Fundament verankert ist (man mĂŒsste also theoretisch das Fundament mitdrehen, um den Balken drehen zu können). Die Einspannung als Lager ist daher dreiwertig und sehr stabil. AbhĂ€ngig vom Fundament und dem Werkstoff des Balkens, ist auch die Tiefe und Form/Verzweigung der Verankerung fĂŒr die FĂ€higkeit zur Momentaufnahme maĂgeblich. Ein Balken mit Ecken und Kanten lieĂe sich z.B. weit schwieriger verdrehen als ein runder Balken.
In der RealitÀt, also im dreidimensionalen Raum, können bei Einspannung KrÀfte und Momente in allen Richtungen aufgenommen werden. Die Einspannung als Lager ist im dreidimensionalen Raum daher sechswertig (KrÀfte in X-,Y- und Z-Richtung, Momente um die X-, Y- und Z-Achse) .
StabgerĂŒst mit Kugelgelenken
Das nachfolgende Beispiel befasst sich mit einem sogenannten Zweischlag und seiner Statik. Es handelt sich um zwei Stangen, welche ĂŒber ein Kugelgelenkt miteinander verbunden sind und, ebenfalls ĂŒber Kugelgelenke, mit Festlagern befestigt sind. Dieses Beispiel berĂŒcksichtigt keine eventuelle ElastizitĂ€t der Stangen. Das Gewicht der Stangen und Gelenke ist bekannt.

Der Aufbau des ZweistangengerĂŒsts ist den Skizzen zu entnehmen.

Schiefe Ebene, KrÀfte-Beispiel
Als Beispiel dient hier ein Objekt, welches auf einer schiefen Ebene steht. Das Objekt wird von der Schwerkraft nach unten gezogen. Eine Widerstandskraft (zusĂ€tzlich zum Luft- und Reibungswiderstand, welche in diesem Beispiel nicht berĂŒcksichtigt werden) in Form einer Schnur (oder Ăhnlichem) hĂ€lt das Objekt in Ruhe. Die Widerstandskraft ist im Bild als blaue Linie zu sehen.
Wie groĂ muss diese Widerstandskraft sein?

Rollbalken-Statik
Vorliegend ein Rollbalken, welcher in einem bestimmten Winkeln an eine Wand angelehnt ist. Der Balken hat an beiden Seiten je eine Rolle, es gibt daher wenig Widerstand an den Kontaktpunkten zwischen Balken, Wand und Boden (und in diesem Beispiel gehen wir dazu davon aus, dass es gar keinen inneren Widerstand in den Rollen gibt). Der Rollbalken befindet sich in Ruhezustand, er bewegt sich nicht und soll sich nicht bewegen.

Hebelgesetz – Momente
Momente begegnen uns jeden Tag, nahezu ĂŒberall. Beispielsweise ist der Sinn eines Automotors die Erzeugung eines Momentes, aus diesem Moment wird die Antriebskraft geschöpft.
Eine Kraft, die ihre gleichgroĂe, entgegen gesetzte Kraft hat, die auf der gleichen Wirkungslinie nur entgegengesetzt wirkt, ist eine Gegenkraft. Es herrscht ein KrĂ€ftegleichgewicht. Verschiebt sich diese Kraft parallel zur Wirkungslinie, handelt es sich nicht mehr um eine Gegenkraft, denn die KrĂ€fte verursachen nun eine Drehbewegung.
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